Das im Oktober 2017 gegründete Institut engagiert sich im Bereich der interdisziplinären Zukunftsforschung – mit besonderer Berücksichtigung der Humanwissenschaften.

„Futures Research“ (Zukunftswissenschaft/Zukunftsforschung) ist ein weltweit verbreitetes Forschungsgebiet, das sich sowohl kritisch-analytisch als auch handlungsorientiert mit bio-psycho-sozialen, soziokulturellen, ökonomischen, ökologischen und politischen Wandlungsprozessen auseinandersetzt.

  • Basierend auf der Analyse der historischen Entwicklung und der gegenwärtigen Ausprägung eines Forschungsgegenstands (=Diagnose) werden plausible Annahmen über zukünftige Entwicklungen getroffen (=Prognose). Dabei werden häufig – in Form von Szenarien – mehrere Entwicklungsmöglichkeiten (=„Zukünfte“ bzw. „Futures) berücksichtigt.
  • Meist werden aus diesen prognostischen Annahmen auch Empfehlungen für konkrete Ziele, Pläne, Strategien und Maßnahmen der Zukunftsgestaltung abgeleitet.
  • Über diese vorausschauenden Forschungsaktivitäten hinaus werden in Futures Research-Projekten auch zukunftsbezogene Meinungen der Bevölkerung (= Zukunftsbilder) repräsentativ erhoben und theoriegeleitet interpretiert.
  • Außerdem wird die äußerst komplexe menschliche Fähigkeit des „Zukunftsdenkens“ sowohl psychodynamisch und neuropsychologisch als auch – im Hinblick auf kollektive Zukunftsbilder und Utopien – ethnologisch und soziologisch erforscht.
  • In diesem Zusammenhang werden auch zukunftsrelevante Technologien und soziale Innovationsprozesse im Hinblick auf die Chancen und Gefahren für die individuelle Persönlichkeitsentfaltung sowie für eine humane und kooperative Gesellschaftsentwicklung untersucht.
  • Ein weiteres wichtiges Thema von Futures Research besteht in der Klärung der wissenschaftstheoretischen Grundfrage, ob – und wenn ja, mit welchen Methoden und Theorien – seriöse Aussagen über zukünftige Entwicklungen möglich sind.

Leitung: Univ.-Prof. Dr. Reinhold Popp