Unser Forschungsinstitut zur transgenerationalen Übertragung von Traumata widmet sich der Erforschung der komplexen Verbindung zwischen psychotherapeutischer Praxis und empirischer Forschung inmitten drängender globaler Herausforderungen. In einer Zeit, die von Extremismus, Pandemien und geopolitischen Spannungen geprägt ist, erforschen wir die Nuancen und Auswirkungen von transgenerationalen Traumata.

Wir sind uns der Dringlichkeit bewusst, die weit verbreiteten Auswirkungen von Traumata zu verstehen, und unsere Aufgabe besteht darin, empirische Erkenntnisse zu nutzen, um psychotherapeutische Ansätze zu verfeinern. Unser Ziel ist es, Menschen und Gemeinschaften zu helfen, die von diesen komplexen Herausforderungen betroffen sind, und Interventionen zu entwickeln, die über die Therapieräume hinausgehen und eine signifikante soziale Wirkung entfalten.

Bei der Bewältigung komplexer Traumata inmitten eskalierender globaler Unruhen unterstützt unser Forschungsinstitut nicht nur Therapeut*innen, indem es forschungsbasiertes Wissen in ihre Praxis integriert, sondern auch andere gesellschaftliche Akteure wie politische Entscheidungsträger, Sozialwissenschaftler, Aktivisten im NGO-Sektor, usw. Diese Verschmelzung ermöglicht kultursensible und gezielte Interventionen zur Bewältigung von generationenübergreifenden Traumata in den gegenwärtigen Herausforderungen.

Darüber hinaus dient unser Institut inmitten von Pandemien und geopolitischen Verwerfungen als Innovationsdrehscheibe. Durch Synergien zwischen Forschung und Praxis entwickeln wir fortschrittliche therapeutische Methoden mit dem Ziel, die vielfältigen Auswirkungen von Traumata wirksam zu lindern.

Wir engagieren uns sowohl in der wissenschaftlichen Forschung als auch in der praktischen Anwendung, um tiefgreifende psychologische Belastungen zu bewältigen.

Leitung: Ass.-Prof. Dr. Erzsébet Fanni Tóth, e-mail

Ausgewählte Forschungsprojekte

Aktuelle Einreichungen:

UNMASC
Uncovering Trauma-Driven Masculinities: An Innovative Analysis of Gender Roles to Promote Societal Dialogue for Countering Radical, Anti-Democratic Narratives in Europe

Bereit für Horizon Europe!

Das Institut für transgenerationale Traumaübertragungsforschung, unter der Leitung von Ass. Prof. Dr. Erzsébet Fanni Tóth, ist bereit, sich aktiv an der Koordination eines Horizon-Projekts mit einer Laufzeit von 4 Jahren zu beteiligen. Das interfakultäre Team der Sigmund Freud PrivatUniversität hat das Projekt UNMASC (Uncovering Trauma-Driven Masculinities: An Innovative Analysis of Gender Roles to Promote Societal Dialogue for Countering Radical, Anti-Democratic Narratives in Europe) als Lead Partner eines internationalen Konsortiums aus renommierten Forschungsinstituten, Universitäten, Akademien der Wissenschaften und einer für ihre partizipativen Methoden bekannten künstlerischen Institution eingereicht.

Die Partner aus 12 verschiedenen Ländern werden das Forschungsthema des Zusammenhangs zwischen Radikalisierung und Männlichkeit mit Mixed Methods analysieren und dabei eine multidisziplinäre, traumainformierte Methodologie einsetzen, die auf Psychotherapie, Soziologie, Politikwissenschaft, Recht und künstlerischem Ausdruck beruht. UNMASC wird evidenzbasierte Daten über Trauma als Risikofaktor für Radikalisierung in Zentral- und Osteuropa liefern und neben relevanten Policy-Empfehlungen ein innovatives Toolkit für kritische Veränderungsprozesse in der Gesellschaft entwickeln.


Überblick Forschungsprojekte: 

Arriving in the City – Drittmittelprojekt


Arts-based Trauma Research – Video Workshop für Teenagers


Learning for Peace (EU-Projekt; 12 Monate)

Lernen für den Frieden – Traumainformierte Oral-History-Projekte im Unterricht (ERASMUS+)

Ende 2023 hat das Institut für transgenerationale Traumaübertragungsforschung unter der Leitung von Ass. Prof. Dr. Erzsébet Fanni Tóth ein Erasmus+ Projekt abgeschlossen, dessen Schwerpunkt auf methodischen Empfehlungen für Oral-History-Projekte in traumainformierten innovativen Bildungsaktivitäten liegt.

Das allgemeine Ziel des Projekts „Lernen für den Frieden“ war es, Geschichten aus der Vergangenheit durch die Implementation der Oral History in Bildungsprogramme zu integrieren, um Lehrer*innen und Schüler*innen zu ermöglichen, einen kritischeren Blick auf die historische Vergangenheit zu werfen, um die Gegenwart und ihre aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen und Umstrukturierungen besser zu verstehen.

Workshops

#outofthebox –neue Workshop-Reihe am Institut für transgenerationale Traumaübertragungsforschung an der SFU Wien

Im Jahr 2023 startet unser Institut eine neue Workshop-Reihe #outofthebox, die ein Critical Lab für interdisziplinäre Themen an den Grenzen von Psychologie, Psychotherapie, Recht, Medien, Literatur, Kunst und der Welt der Tech-Entwickler*innen werden soll. Der Grundgedanke, auf dem diese Initiative basiert, ist, dass Denken und Agieren #outofthebox eine kreative Fähigkeit ist, die wesentlich ist, um sich den Herausforderungen zu stellen und kreative Antworten auf die Herausforderungen der Zukunft zu liefern. In unseren Workshops haben die Teilnehmer die Möglichkeit, mit bekannten Persönlichkeiten aus verschiedenen Fachrichtungen in Kontakt zu treten und zu arbeiten und dabei #outofthebox zu denken und zu agieren. Bereiten Sie sich mit uns zusammen auf die Zukunft vor!

1. #outofthebox workshop – „Fear Bravely“ mit Hesna Al Ghaoui

13. Oktober 2023 | 10:00 – 12:30 | SFU Wien, Freudplatz 1, Raum 1001

Hesna Al Ghaoui ist Juristin, Kriegskorrespondentin, Angstspezialistin und Autorin von drei Büchern über Trauma und Emotionen: „On the Land of Wars“ (über ihre Erfahrungen als Kriegskorrespondentin), „Fear Bravely“ (über die Transormation von Angst in Lebensenergie im Alltag) und „Holli, the Hero“ (ein Kinderbuch, ebenfalls über die Verarbeitung von Angst in positive Energie).

Mehr dazu: Workshop – Fear Bravely


2. #outofthebox workshop – Entwicklung von Einfühlungsvermögen durch FREUDE und die Auseinandersetzung mit unseren Traumata

20. November 2023 | 10:00 – 13:00 | SFU Wien, Freudplatz 3, Raum 104

Der Workshop wurde von Dr. Virág Suhajda, personenzentrierte Therapeutin, Metamorphose-Märchentherapeutin und psychodynamische Tanz- und Bewegungstherapeutin geleitet. Dr. Suhajda leitet seit dreißig Jahren Gruppen zu ähnlichen Themen – lange Zeit als Leiterin der Rogers Foundation for Person-Centered Education. In Österreich arbeitet sie für die Gesellschaft für Sozialforschung und Bildung.

Mehr dazu: Workshop – Developing Attunement


3. #outofthebox workshopIdentitätsforschung durch das Medium Film mit Klára Trencsényi

9. März 2024 | 10:00 – 14:00 | SFU Wien, Freudplatz 3, Raum 104

Am 9. März 2024 startete das Institut für transgenerationale Traumaübertragungsforschung eine weitere Runde seines bahnbrechenden kunstbasierten partizipativen Filmemacher-Workshops #outofthebox. Unter der Leitung der Direktorin des Trauma-Instituts, Dr. Erzsébet Fanni Tóth, und der Dokumentarfilmerin Klára Trencsényi bietet die Initiative Jugendlichen mit Migrationshintergrund die Möglichkeit, Fähigkeiten in den Bereichen Videoproduktion, Schnitt und Interview zu entwickeln.

Mehr dazu: Workshop – Identitätsforschung durch Film


4. #outofthebox workshop – Experience mapping | Exploring the healing power of places in health and transgenerational trauma

24. April 2024 | 10:00 – 13:00 | SFU Wien, Freudplatz 3, Raum 318

Vortragende: Prof. Dr. Tamas Martos und Dr. Habil. Viola Sallay (beide von der Universität Szeged)

Nachbericht Workshop (PDF)

Mehr dazu: Workshop – Experience Mapping


5. #outofthebox workshop – LGBTIQ+ Minority Stress as a Relational Trauma through the Lenses of Gestalt-Integrative Therapy

17. Juni 2024, 14 – 17| SFU Wien, Freudplatz 3, Raum 318

Vortragende: univ. spec. Iva Žegura, clin. psych., mag. psych. / University Psychiatric Hospital Vrapče- Zagreb, Croatia

Mehr dazu: Workshop – LGBTIQ+ Minority Stress

Konferenzen

 

Die Leiterin des Institut für transgenerationale Traumaübertragungsforschung (ITTF), Erzsébet Fanni Tóth, veranstaltete am 17. November 2022 auf der Pädagogischen Konferenz „Das Leben ist ein Spiel – eine abenteuerliche Konferenz (nicht nur) für Lehrer“ in Komárom (SK) einen Workshop, wie man Kinder ermutigen kann, die Vergangenheit ihrer Familie im Klassenzimmer zu erkunden.

Mehr dazu im Programm


Am 1. April 2023 nahm das Institut für transgenerationale Traumaübertragungsforschung an der Konferenz für Jugend- und Kinderpsychotherapie der Katholischen Universität Pázmány Péter in Budapest teil und lieferte methodisches Know-How zur Legitimierung der Psychotherapiewissenschaft. 

Mehr dazu in Abstractheft (PDF)


Am 18. Juni 2024 nahm Dr. Kamila Midor vom Institut für transgenerationale Traumaübertragungsforschung an der interdisziplinären Konferenz über Goralen „Auf der Suche nach Identität“ an der Universität Ignatianum in Krakau teil. Sie sprach über die Auswirkungen der kulturellen Zugehörigkeit zu den Goralen aus Żywiec und der Verwendung des Żywiec-Dialekts zusätzlich zum Standardpolnischen auf die Arbeit des Übersetzers und präsentierte Beispiele aus ihrer eigenen Erfahrung.

Mehr dazu im Programm / Fotos 


SFU wieder mit an Bord bei der FemCities-Konferenz!

… und zwar nicht nur einfach an Bord, die internationale FemCities Konferenz kommt dieses Jahr vom 26.9. – 27.9.2024 an die Fakultät für Psychotherapiewissenschaft der SFU!

Mehr dazu (PDF)
Zur Anmeldung

Third Mission

Das Ungarische Nationalmuseum (Budapest) war am 26. Februar 2024 Gastgeber für eine ganz besondere Buchpräsentation. Der mehr als 600 Seiten starke Sammelband „Magyar menyasszony“ [Ungarische Braut] befasst sich mit der Veränderung des Konzepts der Ehe in Ungarn in den letzten 500 Jahren.

Das Institut für transgenerationale Traumaübertragungsforschung trug zu dieser analytischen Arbeit mit dem Aufsatz „Deportált menyasszony“ [Deportierte Braut] von Erzsébet Fanni Tóth bei. Der Aufsatz analysiert die komplexen Auswirkungen des transgenerationalen Traumas durch die während des Zweiten Weltkriegs durch Deportation verhinderten Ehen und wurde bei der Veranstaltung von Frau Tóth vorgestellt.

Mehr dazu in Inhaltsverzeichnis.


Lange Nacht der Forschung 2024

Am 24. Mai 2024 fand an der Sigmund Freud PrivatUniversität die LNF 2024, eine Forschungsveranstaltung für Familien und Studierende statt. Ziel des Instituts für transgenerationale Traumaübertragungsforschung war es, den Gästen die Psychotherapie auf unterhaltsame und spannende Weise mit Spielen und Preisen für alle Altersgruppen näher zu bringen.

Für die Kinder gab es eine Schatzsuche, bei der sie sich im medizinischen Gebäude der Universität auf die Suche nach berühmten Persönlichkeiten der Psychotherapiegeschichte machten. Sie erhielten eine Karte mit Bildern von einigen der Gründungsfiguren der Psychotherapie, darunter Sigmund Freud, Carl Jung, Melanie Klein, Karen Horney, Victor Frank, Anna Freud und Alfred Adler. Zusammen mit der Karte erhielten die Kinder Blätter mit einer kurzen Einführung zu den Figuren.
Für die Jugendlichen und Erwachsenen wurde ein Quiz und Spiel im Stil der Gameshow „Wer wird Millionär?“ mit Multiple-Choice-Fragen zu Forschung und Theorien in der Psychotherapie entwickelt. Das Spiel konnte sowohl individuell gespielt werden, indem man die Fragen auf den im Raum verteilten Postern beantwortete, als auch interaktiv, indem man den Aufbau in der Mitte des Raumes nutzte, der die Original-Gameshow nachahmte.

Die Veranstaltung war ein großer Erfolg! Alle unsere Gäste verließen den Raum mit einem neuen Wissen, einem Preis und einem Lächeln im Gesicht. Wir haben uns sehr über die begeisterte Teilnahme von Kindern und Erwachsenen gefreut und konnten unseren skeptischen Gästen zeigen, dass Forschung auch Spaß machen kann!

verfasst von Gina Hargitay (MA-Studentin, engl. Psychotherapiewissenschaft) und Anna Pisoni (Erasmus-Praktikantin)

Praktikum | Trainees

From Sept. 2022 to August 2023, Klára Trencsényi, a filmmaking student from the Hungarian University of Theatre and Film Arts SZFE, participated in the Erasmus+ Mobility Traineeship at SFU Vienna. Her practice-based research focussed on the transmission of collective memory through her documentary, „The Missing Tale (2022).“ Together with her mentor Dr. Erzsébet Fanni Tóth (SFU), she researched how Hungarian teenagers in Austria perceive their family histories amidst post-Covid restrictions and Vienna’s integration policies.

Using participatory filmmaking methods inspired by notable projects like the National Film Board of Canada’s Challenge for Change, a workshop was held in October 2022. It targeted 12-to-15-year-olds, aiming to understand the influence of family structure changes, digital revolution, and the fading interaction with family memorabilia on memory transmission. The teenagers were encouraged to engage with their elderly family members, creating short films about their family stories. A third meeting in January 2023 showcased these projects and facilitated discussions about family histories and migration challenges.

Concluding the traineeship, elderly Eastern European migrants in Vienna were interviewed in spring 2023. As of October 2023, the research team is preparing a conference paper and seeking international funding to expand and share their innovative approach in participatory filmmaking.


Mein Name ist Nadin Kranicz-Jona, ich bin 14 Jahre alt und besuche den Bildungscampus Flora Fries in 1150 Wien. Es hat mich sehr gefreut, meine berufspraktischen Tage im September 2023 bei Dr. Erzsébet Fanni Tóth an der SFU Wien zu absolvieren. Ich habe viele neue Dinge gelernt, u.a. habe ich über Sophie Scholl, Anne Frank und Eva Heyman recherchiert, ein interessantes Buch gelesen & zusammengefasst, und eine Liste von Interviewfragen erstellt, die in das drittmittelfinanzierte Projekt „Arriving in the City“ einfließen werden. Danke! 


I’m Anna Pisoni, 23 years old, and I recently graduated in sociology from the University of Bicocca in Milan. I’m attending the Erasmus+ Mobility Traineeship at the Institute for Transgenerational Transmission of Trauma Research at Sigmund Freud Private University. I have a passion for travelling, and before pursuing further studies, I wanted to do research on stimulating topics. Luckily, I got the opportunity to conduct research in Vienna. I believe it’s a lovely city. I’ve just did one day of work and I’m already enthusiastic as I participate in the workshop ‘Exploring the healing power of places in health and Transgenerational Trauma’.

Abschlussarbeiten

Derzeit werden von unseren Studierenden eine Reihe von BA-, MA- und Doktorarbeiten zum Thema transgenerationales Trauma verfasst. Im Folgenden finden Sie einige ausgewählte Arbeiten:

  • Manuel Kolanowitsch | BA-Arbeit zu „Transgenerational stress disorders in grandchildren and great-grandchildren from World War II soldier families“
  • Mag. Denis Mekolle | Doktorarbeit

Events

7th Annual Conference of the Memory Studies Association
3 – 7 July 2023, Newcastle University

30th Anniversary Conference of the Kek Vonal Foundation
15th November 2023, Budapest, address by Erzsébet Fanni Tóth

“Exploring Home and Alienation – Conversations on Children’s Literature, Trauma and Identity”
16th November 2023, University in Nitra, Slovakia, guest lecture by Erzsébet Fanni Tóth

Workshop “Modes of Expression. Testimonies, Metaphors, and Music”
21st November 2023, Sigmund Freud Museum

Holocaust Literature and Ego Documents Conference (PDF)
11th & 12th December 2023, Centre for Jewish Studies, University of Graz

Kontakt

Ass.-Prof. Dr. Erzsébet Fanni Tóth, erzsebet.toth@sfu.ac.at

Erzsébet Fanni Tóth ist Vizedekanin für Internationale Angelegenheiten an der Fakultät für Psychotherapiewissenschaft, Leiterin des Instituts für transgenerationale Traumaübertragungsforschung und Dozentin für Forschungsmethoden und Hochschuldidaktik im Internationalen Programm Psychotherapiewissenschaft der SFU Wien.

Dr. Kamila Midor, kamila.midor@sfu.ac.at

Kamila Midor ist eine polyglotte Gelehrte, Linguistin und professionelle Übersetzerin, die in Polen, den Vereinigten Staaten, Spanien und Österreich gelebt und studiert hat. Sie hat an der Schnittstelle von kognitiver Linguistik, Psychologie und Kulturwissenschaften geforscht. Sie studierte Spanische Studien (Bachelor), Anglistik (Bachelor), Übersetzungswissenschaft und interkulturelle Kommunikation (Magister) und Linguistik (Doktor). Gastwissenschaftlerin an der University of California in Berkeley im Jahr 2015/2016.

Institut für transgenerationale Traumaübertragungsforschung
Fakultät für Psychotherapiewissenschaft
Sigmund Freud PrivatUniversität
Freudplatz 1, 1020 Wien