Studiengruppen Psychotherapiewissenschaft
Die Studiengruppen der Fakultät für Psychotherapiewissenschaft richten sich an alle aktiven, aber auch an ehemalige Student*innen der SFU, unabhängig vom jeweiligen Studiensemester oder Wahlpflichtfach. Die Teilnahme kann teils für das Window of Opportunity bzw. als Praktikumsstunden angerechnet werden. Voraussetzung für die Anerkennung ist neben der Teilnahme die Erbringung der von der Fakultät vorausgesetzten Leistungsnachweise. Informationen dazu erhalten Sie von der Leitung der jeweiligen Studiengruppe.
1. SFU Gender Study Group
Die Gender Study Group versteht sich als ein interdisziplinäres Seminar zu Themenkreisen der Geschlechterkonstruktion, die im Umgang der Geschlechter mit- und untereinander präsent sind. Anhand von Fachlektüre, Filmen und Vorträgen werden Aspekte zur Geschlechterdifferenzierung, sowie zur sozialen Konstruktion des Frau- und Mannseins erarbeitet, kritisch hinterfragt und diskutiert.
Gender Study Group im WiSe 2025/26
Gender Study Group im WiSe 2025/26
Termine im WiSe 2025/26
- 17.9.25, 8.10.25, 12.11.25, 17.12.25, 21.1.26; jeweils von 18:00 – 20:30h
- Die Literatur zum Thema finden Sie im passwortgeschützten Bereich PTW-intern (Ordner „Zusatzangebot – Gender Study Group“).
Thema: Aggression und Weiblichkeit – Zwischen Tabuisierung, Verdrängung und Selbstbehauptung
Aggression ist eine zentrale menschliche Kraft. Sie ermöglicht Selbstbehauptung, Abgrenzung und die Durchsetzung eigener Interessen. Während männliche Aggression gesellschaftlich anerkannt und oft positiv bewertet wird, bleibt weibliche Aggression tabuisiert und erscheint schnell als destruktiv oder bedrohlich.
Aus psychoanalytischer Perspektive ist die nötige Trennungsaggression in der frühen Mutter-Tochter-Beziehung höchst ambivalent besetzt. Weibliche Sozialisation verknüpft Aggression häufig mit Schuld und „Unweiblichkeit“, während kulturelle Mythen das Bild der gefährlichen Frau nähren. Aggression tritt oft indirekt oder unbewusst auf, beispielsweise in Beziehungskonflikten, psychosomatischen Symptomen oder selbstschädigendem Verhalten, während eine offene Durchsetzung, etwa im Berufsalltag, vielfach erschwert bleibt.
Feministische Künstlerinnen oder Bewegungen wie #MeToo machen jedoch deutlich, dass weibliche Wut und Durchsetzungskraft auch öffentlich artikuliert werden können.
Im Seminar soll Raum ermöglicht werden, um die vielfältigen Ausdrucksformen weiblicher Aggression wahrzunehmen, zu verstehen und für die eigene therapeutische Arbeit produktiv nutzen zu können.
Inhaltliche Schwerpunkte sind unter anderem die Rolle der Mutterbeziehung, gesellschaftliche Macht und berufliche Selbstbehauptung, Kreativität und Lebendigkeit versus Erkrankung sowie Übertragungs- und Gegenübertragungsdynamiken im therapeutischen Alltag.
Kontakt für Rückfragen:
Mag.a Dr.in Anita Dietrich-Neunkirchner
Psychologin, Psychoanalytikerin, Leiterin der GenderStudyGroup
anita.dietrich@sfu.ac.at
2. Arbeitsgruppe Qualitative Forschung
Das Forschungsteam „Qualitative Psychotherapieforschung“ lädt interessierte Studierende zur Arbeitsgruppe für qualitative Forschung ein.
Regelmäßige Treffen im Kreis qualitativ forschender Studierender:
- Diskussionen und Austausch über Forschungsprojekte und Abschlussarbeiten
- Möglichkeit für Interpretations- oder Auswertungsgruppen
- Unterstützung in der AG durch die Forscher*innen und Lehrenden des Instituts für qualitative Psychotherapieforschung
- Kennenlernen von neuen Methoden und Erweiterung der eigenen Forschungskompetenz
- gemeinsame Lektüre von Texten zu Methoden oder interessanten Forschungsarbeiten
- etc. etc.
AG Qualitative Forschung im WiSe 2025/26
AG Qualitative Forschung im WiSe 2025/26
Falls Sie gerade an einem qualitativen Projekt (BAKK, MAG Arbeit oder andere Forschungstätigkeit) arbeiten, oder Ihr bereits bestehendes Wissen vertiefen möchten, melden Sie sich bitte bei quali@sfu.ac.at an. Die Teilnehmerplätze sind begrenzt; die Treffen finden ONLINE über Zoom statt.
Termine im WiSe 2025/26:
- 06.10., 03.11., 01.12.2025
- 12.01.2026
Wir freuen uns auf die gemeinsamen Treffen!
Birgitta Schiller, Mathias Grüner und Eva Wimmer
3. Tiefenhermeneutik-Gruppe: Psychoanalytische Kultur- und Sozialforschung
Die Teilnahme an der Tiefenhermeneutik-Gruppe ist für alle Studierenden der SFU möglich, unabhängig von der jeweiligen Studienrichtung oder dem Studiensemester; sie steht aber auch anderen Interessierten offen. Über die Teilnahme an den Interpretationssitzungen können Window of Opportunity-Punkte erworben werden. Bei den Treffen wird jeweils gemeinsam Material interpretiert, das im Vorfeld zu lesen ist. Über die Eindrücke, Gefühle und Assoziationen, die das Material bei uns je ausgelöst hat, und die widersprüchlichen Leseweisen, die sich dadurch ergeben, erschließen wir gemeinsam den unbewussten Sinn des Materials.
Tiefenhermeneutik-Gruppe im WiSe 2025/26
Tiefenhermeneutik-Gruppe im WiSe 2025/26
- Termine: jeweils Donnerstag, 17 – 19 h
- Informationen zu den Terminen und zum Thema / Material, das jeweils im Vorfeld anzuschauen ist, werden über einen E-Mail-Verteiler verschickt. Wer teilzunehmen möchte, schreibt eine E-Mail an markus.brunner@sfu.ac.at
Seit einigen Jahren existiert an der SFU eine Interpretationsgruppe, die sich mithilfe der Methode der Tiefenhermeneutik der Erkundung unbewusster Dimensionen von sozialen Interaktionen und Prozessen widmet. Wir treffen uns ‒ je nach Bedarf ‒ alle 2-4 Wochen, um Material aus unterschiedlichen Forschungsprojekten zu bearbeiten, v.a. auch Bachelor- und Masterarbeiten von Studierenden der SFU. Interpretiert haben wir in diesem Rahmen beispielsweise schon Beobachtungsprotokolle aus einem Schulunterricht, Gruppendiskussionen mit Jugendlichen, Interviews mit Burschenschaflern und Mädchenschaftlerinnen, Propagandareden aus Österreich und dem Iran, Erfahrungsberichte zu den Majdanprotesten in der Ukraine, Musiktexte und -videos aus dem ex-jugoslawischen Raum und Auszüge aus Gerichtsprotokollen.
Die von Alfred Lorenzer entwickelte Tiefenhermeneutik ist eine qualitative Methode kritisch-psychoanalytischer Kultur- und Sozialforschung. Im Gegensatz zu anderen Methoden zielt die Tiefenhermeneutik auf die unbewussten Gehalte des zu untersuchenden Materials (Texte, Filme, Interviews…). Diese unbewussten „Szenen“ schimmern zwar bloß „zwischen den Zeilen“ hindurch, sprechen die Rezipient_innen und Interpret_innen aber unwillkürlich affektiv an und können über eine Analyse dieser Reaktionen erschlossen werden. Es wird in der Arbeitsgruppe darum gehen, spontane Gefühle und Assoziationen für eine Interpretation des Materials nutzbar zu machen. Mehr Infos zur Tiefenhermeneutik sind hier zu finden.
Da die Methode der Tiefenhermeneutik mit den klassischen psychoanalytischen Verfahren der „freien Assoziation“, der „gleichschwebenden Aufmerksamkeit“ und des „szenischen Verstehens“ arbeitet, zugleich aber immer auch ein Blick auf gesellschaftliche Verhältnisse wirft, bietet die Arbeit in der Interpretationsgruppe überhaupt einen guten Einstieg und Einblick in das kritisch-psychoanalytische Denken.
Vorkenntnisse zur Tiefenhermeneutik oder Psychoanalyse sind für die Teilnahme keine Voraussetzung, nur die Bereitschaft, sich auf das zu interpretierende Material auch emotional einzulassen, eine Freude an der Selbstreflexion und die Bereitwilligkeit, regelmäßig zu unseren Treffen zu kommen (wobei es auch erlaubt ist, einmal „reinzuschnuppern“). Sehr gerne können Teilnehmer_innen auch eigenes Material aus Bachelor- oder Masterarbeiten in die Gruppe einbringen.
Studierende der Psychotherapiewissenschaft können über die Teilnahme an den Interpretationsrunden Window of Opportunity-Punkte erwerben.
Wir treffen uns jeweils am Donnerstag Nachmittag von 17-19 Uhr. Die genauen Termine und auch, welches Material wann besprochen wird, machen wir jeweils gemeinsam mit den Anwesenden vor Ort aus. Die Informationen über die nächsten Termine, das Thema und das Material, das jeweils im Vorfeld zu lesen/anzuschauen ist, werden stets über einen E-Mail-Verteiler geschickt.
Wer Interesse daran hat, einmal bei uns teilzunehmen, schreibe eine E-Mail an markus.brunner@sfu.ac.at und Sie werden dann dem E-Mail-Verteiler hinzugefügt.
Dr. Markus Brunner
Leiter des Psychologie-Masterstudienschwerpunktes Sozialpsychologie und Klinische Psychologie
4. Psychoanalytisches Forschungskolloquium
Das Psychoanalytische Forschungskolloquium findet fakultätsübergreifend einmal im Semester statt. Es soll ein Ort des fragenorientierten Austauschs über psychoanalytisch orientierte Qualifikationsarbeiten und Forschungsprojekte sein.
Teilnehmen können – sowohl mit eigenen Fragen/Projekten wie als Mitdiskutierende – alle an psychoanalytischer Forschung Interessierten. Über die Teilnahme am Forschungskolloquium können Window of Opportunity-Punkte erworben werden.
Kontakt: Dr. Markus Brunner & Dr.in Helga Klug
Psychoanalytisches Forschungskolloquium im WiSe 2025/26
Psychoanalytisches Forschungskolloquium im WiSe 2025/26
Termin: 21. November 2025, 9 – 15.30 Uhr, SFU Wien