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Schwegel H., Becher-Urbaniak S., Winter L., Schiller B. (2026). Der Raum hinter der Linse: Patient:innen-Erleben des online-therapeutischen Raums und Körpers

Psychotherapie Forum
https://doi.org/10.1007/s00729-026-00306-9

Abstract

Die Rolle des Körpers in der Psychotherapie wurde bislang primär in analogen Settings untersucht. Die vorliegende qualitative Sekundäranalyse untersuchte sechs Patient:inneninterviews, um das Erleben online-therapeutischer Prozesse während der COVID-19-Pandemie im ambulanten Setting zu explorieren. Die Auswertung erfolgte mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring.

Die Ergebnisse zeigten zentrale Spannungen: Patient:innen berichteten von gesteigerter emotionaler Konzentration im häuslichen Umfeld, körperlicher Selbstbestimmung und örtlicher Flexibilität. Gleichzeitig erlebten sie den Mangel an körperlicher Resonanz als erhebliche Limitation. Die Beschränkung auf „Stimme und Bild“ fragmentierte die ganzheitliche Wahrnehmung; technische Unterbrechungen griffen zudem unmittelbar in emotionale Prozesse ein. Der durch den Bildschirm entstehende „dritte Raum“ wirkte dabei zugleich schützend und isolierend.

Insgesamt erscheint der virtuelle Raum als eigenständiges therapeutisches Medium mit spezifischen Anforderungen und Möglichkeiten. Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit digitaler Setting-Kompetenzen und legt nahe, körperorientierte Techniken im virtuellen Prozess gezielt zu integrieren, um Resonanz und therapeutische Prozessqualität auch ohne physische Präsenz zu schaffen und zu fördern.

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