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PTW | Psychotherapie in einer vielfältigen Migrationsgesellschaft neu denken

Wie kann Psychotherapie den Herausforderungen einer vielfältigen Migrationsgesellschaft gerecht werden?

Migration gehört längst zur gesellschaftlichen Realität – und damit auch zum Alltag psychotherapeutischer Praxis. Doch welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Psychotherapiewissenschaft? Reicht es aus, bestehende Konzepte auf neue Patient*innengruppen anzuwenden, oder braucht es ein erweitertes Verständnis psychotherapeutischer Theorie und Praxis?

Mit diesen Fragen beschäftigen sich Birgitta Schiller (Sigmund Freud PrivatUniversität Wien) und Elisabeth Scheibelhofer (Universität Wien) in ihrer aktuellen Publikation Psychotherapy in diverse migration societies: Reflections from psychotherapy theory and sociological points of view, erschienen im Journal of Psychosocial Studies.

Im Mittelpunkt des Beitrags steht ein interdisziplinärer Dialog zwischen Psychotherapiewissenschaft und Soziologie. Die Autorinnen zeigen, wie soziologische Konzepte – etwa Migration, Intersektionalität, Othering und Mikroaggressionen – dazu beitragen können, therapeutische Beziehungen und psychotherapeutische Prozesse besser zu verstehen.

Dabei geht es nicht darum, Migration als Spezialthema einzelner Patient*innengruppen zu betrachten. Vielmehr argumentiert der Beitrag, dass gesellschaftliche Machtverhältnisse, Zugehörigkeiten und Ausschlussmechanismen psychotherapeutische Begegnungen grundsätzlich mitprägen. Die zentrale Frage lautet daher:

Was kann die Psychotherapie von der Soziologie lernen, um den Herausforderungen einer vielfältigen Migrationsgesellschaft gerecht zu werden?

Die Autorinnen plädieren dafür, psychotherapeutische Theorie und Praxis stärker im gesellschaftlichen Kontext zu denken und psychotherapeutische Konzepte durch soziologische Perspektiven zu erweitern. Damit liefert die Publikation wichtige Impulse für Forschung, Lehre und klinische Praxis sowie für die Weiterentwicklung einer gesellschaftlich reflektierten Psychotherapiewissenschaft.

DOI: https://doi.org/10.1332/14786737Y2026D000000069


28. Juli 2026

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