PTW | Psychotherapiewissenschaft im Dialog: Forschungstage in Linz und Paris
Future Traumas: 5. Linzer Forschungstage
Die 5. Linzer Forschungstage (27.-28. Februar 2026, SFU Linz, hybrides Format) brachten unter dem Titel Future Traumas – Psychotherapie, Gesellschaft, Trauma rund 50 Teilnehmende vor Ort und weitere 40 digital zugeschaltete Gäste zusammen.
Im Zentrum der Tagung stand das von der Philosophin Alice Lagaay geprägte Konzept des Future Trauma. Der Begriff beschreibt, wie drohende Katastrophen – etwa demokratische Erosion, die Klimakrise oder Krieg – bereits in der Gegenwart antizipiert und erlebt werden können. Diese Perspektive stellt zugleich eine theoretische Herausforderung für das psychoanalytische Konzept der Nachträglichkeit dar und schlägt stattdessen Vorträglichkeit als antizipative Zeitstruktur von Trauma vor.
Eröffnet wurde die Veranstaltung durch einen von Studierenden der Fakultät für Psychotherapiewissenschaft an der SFU Linz organisierten Pre-Congress. Im Rahmen der Haupttagung präsentierten Alice Lagaay, Elisabeth Schäfer, Agnes Stephenson, Bettina Zehetner, Gerhard Burda, Stephan Engelhardt, Ralf T. Vogel, Esther Hutfless und Thomas Stephenson.
Die Tagung wurde vom Österreichischen Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) als Fortbildungsveranstaltung anerkannt. Aufzeichnungen der Beiträge werden auf Dorf TV (Oberösterreich) ausgestrahlt und sind in Kürze auf dem YouTube-Kanal der SFU Linz (Psychotherapiewissenschaft) verfügbar.
Räume der psychischen Gesundheit: 1. Research Day in Paris
Der 1. Forschungstag der Fakultät für Psychotherapiewissenschaft an der SFU Paris, der unter dem Thema Internal and External Spaces of Mental Health and Well-being stand, versammelte mehr als 50 Teilnehmende von verschiedenen SFU-Standorten und darüber hinaus.
Den Auftakt bildete ein Vortrag von Nicole Aknin, die einen derzeit entstehenden Sammelband zu Religion, Devianz und Psychopathologie vorstellte. In weiteren Beiträgen wurden unterschiedliche Perspektiven auf psychische Gesundheit beleuchtet, darunter kardiovaskuläre Gesundheit und psychisches Wohlbefinden (Tamás Martos), Migration und Elternschaft (Viola Sallay) sowie die gesellschaftlichen Dimensionen von Angst (Stéphanie Larchanché). Beiträge von Studierenden erweiterten die Diskussion um Themen wie Krieg, Migration und transnationale medizinische Behandlungen.
Die Veranstaltung regte intensive Diskussionen und Reflexionen an, insbesondere zu den Zusammenhängen zwischen körperlicher und psychischer Gesundheit, zur Bedeutung räumlicher Kontexte in therapeutischen Beziehungen sowie zur Frage, inwieweit gegenwärtige Angstphänomene individuelle Pathologien oder Ausdruck gesellschaftlicher Entwicklungen sind.
19. März 2026