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Do.
21. Mai

PTW | Öffentliche Vortragsreihe Psychoanalyse im Diskurs: „Psychoanalytische Verantwortung im öffentlichen Raum anhand eines architektonischen Beispiels“

Donnerstag, 21. Mai 2026, 19:00 Termin in Kalender eintragen

Wir freuen uns, Sie auf die öffentliche Veranstaltungsreihe von PSI und SFU „Psychoanalyse im Diskurs“ aufmerksam zu machen. Die Vorträge finden immer donnerstags um 19 Uhr an der Sigmund Freud PrivatUniversität Wien statt, der Eintritt ist frei. Die jeweilige Raumnummer entnehmen Sie bitte den Bildschirmen vor Ort am Freudplatz 1, 1020 Wien.

Nächster Termin der Vorlesungsreihe:

21. Mai 2026, 19 Uhr | Mag.a Nadja Holstein
„Psychoanalytische Verantwortung im öffentlichen Raum anhand eines architektonischen Beispiels“

Zur Vortragenden

Mag.a Nadja Holstein hat ihr Studium der Psychotherapiewissenschaften an der Sigmund Freud PrivatUniversität Wien abgeschlossen und beschäftigt sich im Rahmen ihres Dissertationsprojekts mit der Nachbeelterung junger Erwachsener in der Psychoanalyse. Seit 2019 ist sie als eingetragene Psychoanalytikerin in freier Praxis tätig.

Spezialisierung und Schwerpunkte: In ihrer therapeutischen Arbeit setzt sie auf einen intersubjektiven Ansatz, den sie auch im Rahmen therapeutisch-sozialer Projekte – z.B. dem regelmäßig von ihr veranstalteten Salon der Weiblichkeit – Raum bietet. Als Lehranalytikerin und Supervisorin begleitet sie zukünftige Analytiker und Analytikerinnen auf ihrem Bildungsweg.

Zum Vortrag

Als Psychoanalytiker:innen sind wir aufgefordert, gesellschaftliche Phänomene nicht nur zu beobachten, sondern auch kritisch zu hinterfragen und auf Missstände aufmerksam zu machen. Dies betrifft auch die Tendenz, Künstler:innen zu idealisieren, selbst dann, wenn ihr Leben und Handeln von Grenzverletzungen oder gar Missbrauch geprägt ist. Die psychoanalytische Perspektive erlaubt es die innere Spaltung, die uns zum Schweigen bringt, zu beleuchten. Diese entsteht, wenn Bewunderung und Verdrängung nebeneinander bestehen. Ich sehe es als meine berufliche und ethische Verantwortung, zur Reflexion über diese Ambivalenzen anzuregen und die Opfer in den Mittelpunkt des Nachdenkens zu stellen. Dieser Prozess mag innerpsychisch herausfordernd sein, doch gerade darin liegt eine wichtige Aufgabe psychoanalytischen Denkens und Handelns.

Anhand des Beispiels eines Wohnhaus von Architekt Loos, der ein begnadeter Architekt und Visionär und gleichzeitig ein verurteilter Pädophiler war, zeige ich einen möglichen Umgang mit dieser Herausforderung auf. Hier hat eine künstlerische Kontextualisierung geholfen, die Spaltung aufzulösen und es wurde dem gesellschaftlichen und kollektiven Schweigen ein sichtbarer Kontrapunkt gesetzt. Ich möchte einen Beitrag dazu leisten, einerseits als Gesellschaft den Tätern zu erschweren, in der Dunkelheit des sprachlosen Raums zu agieren und andererseits den Millionen von missbrauchten Kindern eine Stimme geben.

  • Für PTW-Studierende ist die Teilnahme als Teil des „Window of Opportunity“ anrechenbar. Voraussetzung für die Anerkennung ist neben der Teilnahme die Erbringung der von der Fakultät vorausgesetzten Leistungsnachweise.
  • Die Vortragsreihe findet ausschließlich in Präsenz statt und es werden keine Teilnahmebestätigungen ausgestellt.

Wir freuen uns auf einen interessanten Abend!

Fakultät für Psychotherapiewissenschaft
Sigmund Freud PrivatUniversität Wien
Freudplatz 1, 1020 Wien
Tel: +43 1 798 40 98 400
E-Mail: ptw@sfu.ac.at

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