Universitätslehrgang Coaching und Psychoedukation bei Kindern, Jugendlichen und Eltern

Coaching und Psychoedukation beschreiben psychosoziale Interventionsformen, die ressourcenorientiert Unterstützung und Begleitung für Menschen in individuellen Veränderungsprozessen oder zu speziellen Fragestellungen der individuellen Entwicklung bieten.

Dieser Universitätslehrgang ist in seinem Verständnis des Coaching und der Psychoedukation individualpsychologisch orientiert, das auf dem Menschenbild der Individualpsychologie Alfred Adlers beruht. Die Beratung war von Anbeginn ein Anwendungsfeld der Individualpsychologie, vor allem bei Erziehungsproblemen.
Die Form, in der individualpsychologische Beratung seit ihren Anfängen geführt wurde, findet sich im aktuellen Verständnis des „Coaching“ wieder: Ziel ist die Änderung der inneren Einstellung des bzw. der Ratsuchenden zu einer konkreten Problemlage durch Erkenntnis und Einsicht, wodurch neue Handlungsalternativen möglich werden.
Der Auftrag der Psychoedukation liegt in der Optimierung der Ressourcen bei erhöhter Vulnerabilität für die Entwicklung von psychischen Störungen durch Information und Aufklärung einerseits, durch die Anleitung zur Entwicklung von konstruktiven Strategien und Handlungsalternativen in Problemsituationen andrerseits.

In diesem Sinne kommen dem Coaching und der Psychoedukation als psychosoziale Interventionsformen eine zunehmende Bedeutung in der Primärprävention von psychischen, Leistungs- und Entwicklungs¬störungen bei Kindern und Jugendlichen zu.
Vor allem die VertreterInnen pädagogischer und psychosozialer Berufe sowie von Gesundheitsberufen sind in ihrer Beratungskompetenz in Beziehungs- und Erziehungsfragen immer mehr gefordert, ebenso sind Kinderärzte vermehrt mit Fragestellungen konfrontiert, die nicht genuin der Pädiatrie zuzuordnen sind. Ziel dieser Interventionen ist, die protektiven Faktoren der kindlichen Entwicklung zu stärken und damit das adaptive Potential des einzelnen Kindes und Jugendlichen zu erhöhen. Die Umsetzung wissenschaftlicher Forschungsergebnisse sowie praxisbezogener Erfahrungen der Kinder- und Jugendlichen¬psychotherapie kann einen entscheidenden Beitrag zur Prävention psychischer Störungen im Kindes- und Jugendalter leisten.

Die Sigmund Freud PrivatUniversität Wien bietet einen Universitätslehrgang: „Coaching und Psychoedukation bei Kindern, Jugendlichen und Eltern“ an, in dem die für diese Tätigkeit notwendigen theoretischen und praktischen Weiterbildungsinhalte und Kenntnisse vermittelt werden.

Lehrgangsleitung:
Univ.-Doz. Dr. Brigitte Sindelar
Leiterin der Abteilung für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie an der Sigmund Freud PrivatUniversität Wien

Der Universitätslehrgang: „Coaching und Psychoedukation bei Kindern, Jugendlichen und Eltern“ ist viersemestrig konzipiert und kann berufsbegleitend absolviert werden.

Theorie
– Psychoedukation: professionelle und ethische Aspekte
– Gesprächsführung in der Beratung
– Vertiefende Entwicklungspsychologie
– Kinder- und Jugendpsychiatrie
– Spezielle Themen der Kinder- und Jugendpsychiatrie: ADHS
– Entwicklungsneurologie
– Psychiatrie 1,2
– klinisch-psychologische Diagnostik im Kindes- und Jugendalter
– Grundzüge der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie
– Psychopharmakologie im Kindes- und Jugendalter
– Teilleistungsschwächen 1 bis 4
– Lernen und Lernstörungen
– Lerntechnik 1, 2
– Dyskalkulie 1, 2
– Legasthenie 1,2
– Erziehung und Beziehung
– Migration
– Kinderschutz
– Kind und Recht
– Kinder und Jugendliche und neue Medien
– Schulwesen in Österreich
– Seminar zur Begleitung und Unterstützung der Abschlussarbeit

Praxis
– Gruppen-Selbsterfahrung
– praktische Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Eltern unter Supervision
– Gruppensupervision

Details siehe:
Folder mit Curriculum (pdf)

Der Diplomkurs kann in vier aufeinander folgenden Semestern absolviert werden, aber auch in einzelnen Blöcken (Wochenendblöcken) besucht werden. Der praktische Teil kann ab dem zweiten Semester begonnen werden. Insgesamt ist für die Verleihung des Diploms eine Absolvierung des gesamten Kurses im Laufe von höchstens sechs Semestern vorzusehen, der theoretische Teil muss innerhalb von vier Semestern absolviert werden.

Zulassung
Zugelassen sind Angehörige pädagogischer und sozialer Berufe sowie aus Gesundheitsberufen nach einem Aufnahmegespräch mit der Lehrgangsleitung zur Abklärung der persönlichen Eignung. Angehörige anderer Berufsgruppen nach Aufnahmegespräch, in dem notwendige Vorstudien vor Eintritt in den Universitätslehrgang sowie die persönliche Eignung abgeklärt werden.

Voraussetzungen für den Abschluss
– Leistungsnachweis über alle Lehrveranstaltungen
– Nachweis aller notwendigen Anwesenheiten,
– Absolvierung der vorgeschriebenen Praxiszeiten
– schriftliche Abschlussarbeit
– Abschlussprüfung

Kosten
Gesamtkosten: € 7560, (zahlbar in 4 Teilbeträgen zu je 1890.-)

TeilnehmerInnen, die nicht den kompletten Universitätslehrgang absolvieren möchten, aber einzelne Lehrveranstaltungen besuchen möchten, können auch Lehrveranstaltungen einzeln buchen. Die Teilnahmegebühren für einzelne Lehrveranstaltungen sind jeweils dem Semesterplan zu entnehmen.
MindestteilnehmerInnenzahl: 7 pro Lehrveranstaltung
(Bei Einzelbuchung erhöhen sich die Gesamtkosten für den Universitätslehrgang).

Anrechnungen
Bei inhaltlicher Gleichwertigkeit können Vorstudien angerechnet werden. Über die Anrechenbarkeit entscheidet die Lehrgangsleiterin.
Kosten für das Anrechnungsverfahren: € 150,-

Anmeldung zum Zulassungsgespräch:
Per E-Mail: seminare@psychoedukation.at
telefonisch: 0676 849476 300

Der nächste Jahrgang startet jeweils im Wintersemester.

Termine und weitere Informationen finden Sie unter: www.seminare.sindelar.at