Individualpsychologie

Der Antrag auf ein Fachspezifikum für Individualpsychologie der SFU wurde befürwortet mit Beschluß des Psychotherapiebeirats vom 13.12.2011. Das Ansuchen auf Anerkennung als psychotherapeutische Ausbildungseinrichtung der methodenspezifischen Ausrichtung: Individiualpsychologie gemäß § 7 des Psycho-therapiegesetzes, BGBI.Nr. 361/1990 wurde beim Bundesministerium am 23.9.2008 eingereicht.
Anerkennung der Methode Individualpsychologie als Ausbildungseinrichtung für das psychotherapeutische Fachspezifikum (23.03.2012)

Leitungsteam Wahlpflichtfach/Fachspezifikum:

Dorothea Oberegelsbacher, Bernd Rieken, Brigitte Sindelar (Stellvertretung), Thomas Stephenson (Stellvertretung), Bettina Pfitzner (Sekretariat)

Lehrende:

Herta Brinskele,
Petra Eibl-Mörzinger,
Rudolf Filz,
Trude Frank-Emge
Peter Gasser-Steiner,
Manfred Gehringer (D),
Peter Geißler,
Ursula Grohs,
Alfred Kirchmayr,
Dorothea Oberegelsbacher,
Bernd Rieken,
Helga Seeböck,
Brigitte Sindelar,
Thomas Stephenson,
Ursula Widmer,
Roland Wölfle.

Die Individualpsychologie an der SFU ist eine moderne analytische, psychodynamisch-tiefenpsychologische Methode. Sie geht davon aus, dass in der Kindheit die wichtigsten Weichen für die Zukunft gestellt werden und dass dem Unbewussten eine große Bedeutung für das Verhalten, Erleben und für Weltanschauungen zukommt.
Im Zentrum ihrer Überlegungen steht eine spezifische Theorie der Selbstwertregulation, die mit der Dynamik zwischen unbewussten Minderwertigkeitsgefühlen und Geltungsstreben bzw. dem Streben
nach sozialer Gleichwertigkeit rechnet. Darüber hinaus gehört zu ihren Grundlagen eine Triebtheorie, die nicht nur die Rolle der Sexualität berücksichtigt, sondern auch der Aggression. Ferner berücksichtigt sie eine umfassende Ursachenlehre, weil sie nicht nur nach dem Ursprung („Causa efficiens“) der Phänomene fragt, sondern auch nach Intentionalität („causa finalis“), also danach, was man unbewusst mit einem bestimmten Verhalten erreichen möchte.
Philosophisch ruht die Individualpsychologie vor allem auf der „Philosophie des Als Ob“, einer frühen konstruktivistischen Theorie des Neu-Kantianers Hans Vaihinger.
Als Quelle für seelische Krankheiten werden einerseits unbewusste Konflikte angesehen – vor allem zwischen Trieb und Moral sowie zwischen Minderwertigkeitsgefühl und Machtstreben – und andererseits Defekte, die ihren Ursprung in frühen Beziehungsmustern haben.
Die Individualpsychologie an der SFU ist durch eine pluralistische Grundhaltung geprägt und bietet daher mannigfache Anschlussmöglichkeiten für den analytischen Diskurs im deutschsprachigen und internationalen Raum. Dazu zählen vor allem Triebtheorie, Ich-Psychologie, Objektbeziehungstheorie, Selbstpsychologie sowie intersubjektive bzw. relationale Strömungen.

Anerkennung des fachspezifischen Abschlusses Individualpsychologie in Deutschland:

All jene, welche das Fachspezifikum Individualpsychologie absolvieren, können sich bei den zuständigen Behörden in der BRD als „Psychoanalytiker (DGIP)“ eintragen lassen und sind damit berechtigt, Kassentherapien durchzuführen, da nicht nur die klassische Freud‘sche Psychoanalyse, sondern auch Adlers Individualpsychologie dort als „Psychoanalyse“ anerkannt ist.
Weitere Informationen:
Deutsche Gesellschaft für Individualpsychologie
www.dgip.de

Zulassungsverfahren:

Zwei positiv absolvierte Einzelgespräche bei der Ausbildungsleiterin bzw. dem Ausbildungsleiter
Dr. Mag. Dorothea Oberegelsbacher und Univ.-Prof. DDr. Bernd Rieken. Auf eigenen Wunsch der Bewerberinnen bzw. Bewerber – wenn diese zum Beispiel in B1 bis B4 an der Gruppenselbsterfahrung von Oberegelsbacher oder Rieken teilgenommen haben – kann ein drittes Aufnahmegespräch bei
Univ.-Prof. Dr. Brigitte Sindelar oder bei Univ.-Prof. Dr. Thomas Stephenson absolviert werden.

Sind die Einzelzulassungsgespräche positiv verlaufen, müssen sich die Bewerberinnen bzw. Bewerber zum Gruppen-Zulassungsseminar anmelden, das am 30.6. und 1.7.2016, jeweils von 10–14 Uhr, stattfinden wird (die ersten 15 Anmeldungen sind für den 30.6. vorgesehen, alle weiteren Anmeldungen für den 1.7.; die Zuteilung wird rechtzeitig bekannt gegeben werden).
Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass für einen angestrebten Ausbildungsbeginn September 2016 ein psychotherapeutisches Propädeutikums-Zeugnis bis 31.08.2016 vorliegen muss.
Außerdem ist ein schrägsemestriger Einstieg zum Sommersemester nicht möglich.

Über die Aufnahme in das Fachspezifikum IP auf dem Wege eines verpflichtenden Zulassungsverfahrens entscheidet ausschließlich die Leitung des Fachspezifikums.

Anmeldungen zum Zulassungsverfahren für 2016 sind vom 2. Jänner 2016 bis 20. Mai 2016 möglich

Download:

Kontaktadressen und CV der Lehranalytikerinnen und Lehranalytiker im Wahlpflichtfach und Fachspezifikum Individualpsychologie
Kontaktadressen Lehranalytikerinnen_Stand 18_11_2015 (pdf)

Artikel in der Zeitschrift für Individualpsychologie Heft 3/2013:
Überlegungen zur Akademisierung der Psychotherapie – am Beispiel der Sigmund-Freud-Privatuniversität Wien / Bernd Rieken (pdf)

Beschreibung der Lehrveranstaltungen im WPF Individualpsychologie (pdf)

Was ist Individualpsychologie (pdf)

Vortrag IP und Freud / Oberegelsbacher SFU 2006 (pdf)

Leben heißt sich minderwertig fuehlen – Zur Aktualität der Individualpsychologie Alfred Adlers
Vortrag Bernd Rieken SFU 2006 (pdf)

Wahlpflichtfach Individualpsychologie – Fotos